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2013Freitag25. Oktober

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Eine Zwiebel macht weltweit Karriere

Alle, die ein Stück Garten oder vielleicht nur einen Blumentopf auf dem Balkon haben, können gerade zu dieser Jahreszeit nicht an überall angebotenen Blumenzwiebeln vorbeigehen. Ich persönlich nehme mir immer wieder eine Packung mit und verteile diese ziemlich willkürlich im Garten. Meistens grabe ich dabei die Tulpenzwiebeln aus dem Vorjahr aus. In diesem Jahr wird jedoch beim Kauf besonders darauf geachtet, dass es sich bei den Blumenzwiebeln um bienenfreundliche Sorten handelt.

Der RENNER: Wilde Tulpen!

Ich zahle nicht mehr als zwei bis fünf Euro für eine Handvoll Zwiebeln, aber wäre es vorstellbar, für eine Zwiebel so viel zu zahlen wie für ein Haus? 
Ja sie haben richtig gelesen.

Aber erst einmal der Reihe nach:
 Die Tulpe ist ein Liliengewächs, der Name kommt aus dem Türkischen/Persischen und geht auf die Bedeutung des Turbans zurück. Die ursprüngliche Heimat der Tulpe ist der Nahe Osten, hier wird die Tulpe seit mehr als 1000 Jahren in den Gärten angebaut.

Ab dem Jahre 1554 brachte Ogier Ghiselin de Busbecq (ein Botschafter des Heiligen Römischen Reiches) Tulpen aus Konstantinopel nach Wien. Charles de l'Écluse brachte seine Tulpensammlung 1593 dann nach Leiden. Die Holländer verliebten sich sofort in die Zwiebel bzw. Tulpe und seitdem widmen sie sich der Tulpenzucht: die breite Farbenpallette und die gefüllten oder gar gefranzten Tulpen verdanken wir den sogenannten „Bloemisten“.

Jeder wollte diese Zwiebeln haben, nicht selten zahlten begeisterte Tulpenliebhaber für eine besondere Sorte so viel Geld wie für ein Haus. Bald entwickelten sich die Tulpen zu einem Spekulationsobjekt und die Situation schaukelte sich so weit hoch, dass die Preise der Zwiebeln ab 1630 schwindelerregende Höhen erreichten und es am 3. Februar 1637 zu einem Preiseinbruch kam. Vor dem Kollaps hatte man 1637 für drei Zwiebeln 30.000 Gulden gezahlt (bei einem Durchschnittsjahreseinkommen von 150 Gulden).

Bei dieser „Tulip Mania“ oder „Tulpenmanie“ handelt es sich historisch gesehen um die erste dokumentierte Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte.

Auch heute noch kommen die meisten Blumen aus den Niederlanden, ohne dass man dafür horrende Summen zahlen muss.

Immer ein Besuch wert ist der Keukenhof (http://www.keukenhof.nl/de/) im AM LISSE in den Niederlanden, er ist sogar im Buch „1000 Places to see before you die“ gelistet. In nächsten Jahr ist er vom 20.3.-18.5. geöffnet!

Ich hoffe, Sie mit dem Tulpenvirus angesteckt zu haben und wünsche viel Spaß beim Pflanzen der Tulpenzwiebeln– probieren Sie die wilde Form und freuen Sie sich im Frühling über die Bienen!

Ihre Andrea Placzková-Germann

Quelle: Anne Goldgar: Tulipmania. Money, Honor, and Knowledge in the Dutch Golden Age

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